ⓘ James Hobrecht. James Friedrich Ludolf Hobrecht war ein preußischer Stadtplaner und für Berlins ersten perspektivischen Bebauungsplan, den Hobrecht-Plan von 186 ..

                                     

ⓘ James Hobrecht

James Friedrich Ludolf Hobrecht war ein preußischer Stadtplaner und für Berlins ersten perspektivischen Bebauungsplan, den Hobrecht-Plan von 1862, verantwortlich. Als Stadtbaurat organisierte er ab 1885 die Einführung der Stadtentwässerung und machte sich damit um die Gesundheit der Berliner Bevölkerung verdient.

                                     

1. Leben

Hobrecht wurde als Sohn des Gutsbesitzers Ludolph Hobrecht und dessen Frau Isabella geb. Johnson im ostpreußischen Memel geboren. Seine Brüder waren der Politiker Arthur Hobrecht und der Dichter Max Hobrecht. 1834 wurde sein Vater zum Königlichen Ökonomierat berufen und die Familie zog nach Königsberg um. 1841 brach Hobrecht seine Schulausbildung ab und begann mit einer Geodät-Lehre. Im Jahre 1844 hatte er seine externe Primareife und 1845 sein Geodät-Examen. Bis 1847 war er mit Separationsarbeiten in Ostpreußen und bei der Coeln-Mindener Eisenbahn beschäftigt. Während der Märzrevolution 1848 war er Mitglied der studentischen Bürgerwache im Berliner Stadtschloss.

Hobrecht studierte an der Berliner Bauakademie, wo er im Akademischen Verein Motiv aktiv wurde, und wechselte mehrmals die Fachrichtung. Er absolvierte sein Bauführer-Examen 1849 und trat im gleichen Jahr in den Architektenverein zu Berlin, dem unter anderem Friedrich August Stüler und Gottfried Semper angehörten, ein. Später leitete er diesen als Vorsitzender. 1850 rückte er mit dem Dritten Pommerschen Infanterieregiment Nr. 14 nach Kurhessen aus, außerdem erhielt er die Zulassung zur Fortsetzung des Studiums an der Bauakademie. Seine Tätigkeit als Bauführer begann er 1851 unter anderem beim Bau des Packhofes in Königsberg. 1852 wurde er kurzzeitig Verwalter des Gutes Dirschkeim im Samland. Aus der Heirat mit Henriette Wolff am 4. Februar 1853 gingen drei Söhne und vier Töchter hervor.

Nach einer landwirtschaftlichen und Bauingenieurausbildung, zu der auch 1857 eine Beschäftigung beim Bau der Bahnstrecke Küstrin–Frankfurt Oder der Preußischen Ostbahn gehört hatte, legte Hobrecht 1858 die Wasser-, Wege- und Eisenbahnbaumeisterprüfung ab und wurde im selben Jahr als Regierungsbaumeister bei der damals für Baufragen zuständigen Königlichen Polizei Baupolizei angestellt. Ab 1859 wurde er Leiter der Kommission zur Ausarbeitung des Bebauungsplans der Umgebungen Berlins. Eine Inspektionsreise 1860 nach Hamburg, Paris und nach London und in andere englische Städte diente dem Kennenlernen des neuesten Entwicklungsstandes für das Vorhaben eines modernen Kanalisations- und Entwässerungssystems. Der von ihm maßgeblich entwickelte Bebauungsplan der Umgebungen Berlins, der so genannte Hobrecht-Plan, sah als Fluchtlinienplan ein Konzept von Ring- und Ausfallstraßen für die Städte Berlin und Charlottenburg sowie umliegende Gemeinden vor. 1862 trat der Plan in Kraft, der bis heute eine Grundlage der Berliner Bebauungs- und Verkehrsstruktur bildet.

Als ihm zum 15. Dezember 1861 gekündigt wurde, wechselte er nach Stettin. Er ließ hier unter anderem ein Trinkwassernetz erbauen und projektierte ein Kanalisationssystem, das ab 1870 verwirklicht wurde.

Mit Unterstützung seines Bruders Arthur Hobrecht, der 1872 Berliner Oberbürgermeister wurde, und des Arztes Rudolf Virchow wurde er 1869 mit der Umsetzung seiner Pläne einer Kanalisation für Berlin mit zwölf Radialsystemen betraut. In jedem dieser zwölf Gebiete gab es eigenständige unterirdische Kanäle und Abwassersammler, die zu jeweils einer Pumpstation führten. Von dort wurden das Hausabwasser und das Regenwasser über Druckleitungen nach außen zu den ebenfalls neu angelegten Berliner Rieselfeldern gepumpt. Diese von 1873 bis 1893 fertiggestellten Radialsysteme machten Berlin damals zur Stadt mit der modernsten Entwässerung und zur saubersten Stadt der Welt. Neben Stettin und Berlin half er Potsdam und etwa 30 weiteren deutschen Gemeinden sowie Moskau, Tokio und Kairo bei der Abwasserbeseitigung.

Zwischen 1872 und 1874 hatte Hobrecht auch einen Lehrauftrag an der Bauakademie inne. 1884 wurde er als Nachfolger von Carl Theodor Rospatt für zwölf Jahre als Stadtbaurat der Stadt Berlin für Straßen- und Brückenbau gewählt. Mit dem Bau von Ufermauern entlang der Spree zwischen Oberbaum und Unterbaum ermöglichte er die Schifffahrt durch die Berliner Innenstadt.

Im Jahr 1897 trat Hobrecht aus gesundheitlichen Gründen in den Ruhestand. Er starb 1902 im Alter von 76 Jahren in Berlin und wurde auf dem Friedhof II der Sophiengemeinde in Berlin-Mitte beigesetzt. Das Grab ist nicht erhalten geblieben.

                                     

2. Ehrungen

Im Jahr 1897 bekam Hobrecht den Titel Stadtältester von Berlin verliehen.

1908 wurde ein nahe Zepernick bei Berlin liegendes Stadtgut nach ihm Hobrechtsfelde benannt. Außerdem wurde er Namensgeber der Hobrechtbrücke über dem Landwehrkanal in Berlin-Kreuzberg und der Hobrechtstraße in Berlin-Neukölln. Seit 2005 trägt auch eine Straße auf dem Gelände des ehemaligen Städtischen Zentralvieh- und Schlachthofs im Pankower Ortsteil Prenzlauer Berg den Namen James-Hobrecht-Straße.

2013 wurde in Großbeeren eine Straße im neuen Baugebiet Heidefeld nach ihm benannt.

Im Darmstädter Paulusviertel wurde ebenfalls eine Straße nach ihm benannt, als Anerkennung für seine Verdienste beim Aufbau der Darmstädter Trinkwasserversorgung.

Ihm zu Ehren wurde am Eingang zum Lapidarium, der ehemaligen Pumpstation Nr. 3 der Berliner Kanalisation, eine Berliner Gedenktafel angebracht.

                                     

3. Werke

  • Entwickelung der Verkehrs-Verhältnisse in Berlin. Ernst, Berlin 1893. Digitalisat und Volltext im Deutschen Textarchiv
  • Über die Vorbildung für den Besuch des Polytechnikums. Schade, Berlin 1878. Digitalisat und Volltext im Deutschen Textarchiv
  • Die modernen Aufgaben des großstädtischen Straßenbaues mit Rücksicht auf die Unterbringung der Versorgungsnetze. In: Centralblatt der Bauverwaltung. 10 1890, Nr. 36, Sp. 353–356, Sp. 375–376, Nr. 37, Sp. 386–388. Digitalisat und Volltext im Deutschen Textarchiv
                                     
  • Johnson in der Nähe von Danzig geboren. Seine Brüder war James Hobrecht und Max Hobrecht Nach dem Abitur in Königsberg studierte er Rechtswissenschaft
  • Der Hobrecht - Plan ist die übliche Bezeichnung für den nach seinem Hauptverfasser James Hobrecht genannten und 1862 in Kraft getretenen Bebauungsplan der
  • Finanzminister James Hobrecht 1825 1902 deutscher Bauingenieur und Stadtplaner Max Hobrecht 1827 1899 deutscher Schriftsteller Hobrecht steht auSerdem
  • von Berlin und später preuSischer Finanzminister, sein zweiter Bruder James Hobrecht war ein preuSischer Stadtplaner und Stadtbaurat in Berlin. Nach dem
  • die bisherigen Entwürfe zu prüfen und Schlussfolgerungen zu ziehen. James Hobrecht erhielt daraufhin den Auftrag, in Kreuzberg ein Versuchsgelände einzurichten
  • Die Berliner Rieselfelder sind Ende des 19. Jahrhunderts von James Hobrecht angelegte Flächen zur Reinigung der Abwässer Berlins. Weitere Rieselfelder
  • Platz im Berliner Ortsteil Gesundbrunnen, dessen Anlage im Jahr 1862 James Hobrecht geplant hatte. Geprägt wird er durch den neugotischen Bau des Amtsgerichts
  • befanden sich bekannte Architekten und Baumeister wie beispielsweise James Hobrecht Ludwig Hoffmann, Peter Behrens, Johann Heinrich Strack, Wilhelm Böckmann
  • Varrentrapp propagiert. Mit seinen Erfahrungen aus England entwarf James Hobrecht eine umfangreiche Entwässerung für Berlin, das um die 1870er Jahre die
  • GerichtsstraSe bildete sich ein dreieckiger Platz, den James Hobrecht in den Hobrecht - Plan aufnahm. Hobrecht strebte dabei eine sternförmige statt einer dreieckigen
  • Berliner Ortsteil im Bezirk Lichtenberg. Ende des 19. Jahrhunderts legte James Hobrecht unter anderem auch im Umland Berlins in den damals noch selbstständigen


                                     
  • Kreuzberger Chronik Technisches Denkmal Pumpstation, nach Entwurf von James Hobrecht errichtet Casper Mueller Kneer Architects: Radialsystem III 52.50166666666713
  • Berliner Stadtkern nach dem Bebauungsplan der Umgebungen Berlins von James Hobrecht aus dem Jahr 1862. Namensgeber der StraSe ist der preuSische General
  • Arthur Johnson Hobrecht der zu den besten Verwaltungsmännern Deutschlands gezählt wird und dessen Bruder James Hobrecht maSgeblich den Hobrecht - Plan zur Bebauung
  • angeblich ebenfalls der Berliner Polizeipräsident, sein Bauassessor James Hobrecht und die Grundstücksspekulanten. Die Baupolizeiordnung von 1853 gab den
  • Berliner Ortsteil Falkenberg im Bezirk Lichtenberg. Der Baustadtrat James Hobrecht legte Ende des 19. Jahrhunderts im Berliner Umland groSe Rieselfelder
  • Planungsvoraussetzungen für den dafür nötigen Wohnungsbau schuf 1862 James Hobrecht mit dem heute meist nach ihm benannten Bebauungsplan der Umgebungen
  • dieser Position trieb Marggraff zusammen mit Rudolph Virchow den von James Hobrecht entworfenen Plan für den Bau der Berliner Kanalisation voran, verbunden
  • dreieckige Platz entstand im Jahr 1862 nach Plänen des Stadtbaurates James Hobrecht und wird heute im Westen begrenzt durch die MüllerstraSe, im Norden
  • begrenzter Fläche bestimmt die Gestalt des Sparrplatzes bis heute. James Hobrecht hatte den Platz B ursprünglich als groSzügige Anlage im Stil der englischen
  • Entwässerungssystems für Berlin verantwortlich. 1860 unternahm er gemeinsam mit James Hobrecht und Ludwig Alexander Veitmeyer Reisen nach GroSbritannien und Frankreich
  • unmittelbarer Nähe zum U - Bahnhof SamariterstraSe. Bereits im Bebauungsplan von James Hobrecht aus dem Jahre 1862 ist die StraSe vorgesehen, tatsächlich angelegt wurde
                                     
  • Anstellung im Technischen Büro der kommunalen Bauverwaltung Berlins, das James Hobrecht leitete. Im Auftrag des Magistrats konstruierte er nun zahlreiche Brücken
  • zum Bau eines modernen Kanalisationssystems. Beauftragt damit wurde James Hobrecht Allerdings wurde der Bau selber erst 1873 in Angriff genommen. Im Bereich
  • Friedrichsberg seinen Betrieb auf. Nach Vorgaben des Bebauungsplan von James Hobrecht entstanden in Friedrichsberg zur Wende zum 20. Jahrhundert typische
  • Mitglied des Berliner Wingolf. Von 1874 bis 1878 arbeitete er unter James Hobrecht an der Berliner Kanalisation. Er nahm von Herbst 1880 bis Frühjahr 1881
  • Pumpstation III, Maschinen - und Kesselhaus mit Schornstein, 1873 1876 von James Hobrecht Ehemaliges Königlich PreuSisches Eisenbahn - Zentralamt bzw. späteres
  • Anlage von Rieselfeldern entsprechend den Plänen des Stadtbaurates James Hobrecht Von 1943 bis 1945 befanden sich an der StraSe nach Lübars zwei Lager
  • Brandenburg eingetragenen Kulturdenkmale. Kornspeicher in Hobrechts - felde Gedenktafel für James Hobrecht in Hobrechtsfelde Kirche Schwanebeck Kirche Zepernick
  • entstand nach dem Hobrecht - Plan in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts. Zur flächen - und verkehrsmäSigen Erweiterung hatte James Hobrecht einen Bebauungsplan


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