ⓘ Friedrich Hübner. Christoph Friedrich Wilhelm Hübner war ein evangelischer Theologe, Missionar, Pastor und Kirchenfunktionär. Er war Bischof des Sprengels Holst ..

                                     

ⓘ Friedrich Hübner

Christoph Friedrich Wilhelm Hübner war ein evangelischer Theologe, Missionar, Pastor und Kirchenfunktionär. Er war Bischof des Sprengels Holstein der Evangelisch-Lutherischen Landeskirche Schleswig-Holstein bzw. für den Sprengel Holstein-Lübeck der Nordelbischen Evangelisch-Lutherischen Kirche mit Sitz in Kiel.

                                     

1. Leben und Wirken

Friedrich Hübner wurde 1911 in Bangalore Indien als Sohn eines Missionars geboren. Nach Internierung und Repatriierung seiner Familie infolge des Ersten Weltkrieges bestand er 1930 sein Abitur in Altona.

Er studierte von 1930 bis 1934 Theologie in Bethel, Erlangen, Tübingen und Kiel und legte Ostern 1934 seine erste theologische Prüfung ab. Nach dem Vikariat in Kiel und Bethel promovierte er 1935 zum Lic. theol. mit einer Dissertation über Natürliche Theologie und theokratische Schwärmerei bei Melanchthon bei dem lutherischen Dogmatiker Professor Werner Elert in Erlangen. Zugleich bestand er die zweite theologische Prüfung im Herbst 1935 in Kiel.

Als schleswig-holsteinischer Kandidat der Bekennenden Kirche wurde er 1935 durch Landesbischof August Marahrens in Harburg ordiniert, arbeitete für kurze Zeit als Provinzialvikar Hilfsgeistlicher in Boldixum/Föhr und ging dann 1935 als Assistent zu Professor Edmund Schlink nach Bethel. 1937 wurde er selbst als Missionar der Breklumer Mission nach Koraput/Indien in die Jeypore-Kirche ausgesandt. Dort heiratete er seine Frau Christa; gemeinsam bekamen sie im Laufe der Zeit fünf Kinder.

Während des Zweiten Weltkrieges wurde er in Indien von den Briten interniert und kehrte 1946 zusammen mit seiner Familie nach Deutschland zurück. Er arbeitete 1947 kurz im Reise- und Vertretungsdienst für die Breklumer Missionsgesellschaft und als kommissarischer Pastor in Albersdorf, ab 15. Februar 1948 als Pastor an St. Nicolai in Boldixum.

Von 1950 bis 1962 wirkte er als Oberkirchenrat im Lutherischen Kirchenamt der Vereinigten Evangelisch-Lutherischen Kirche Deutschlands VELKD in Hannover. Er war dort Auslandsreferent für Diaspora, Mission und Ökumene. Auf Weltkirchenkonferenzen, Vollversammlungen des Lutherischen Weltbundes LWB und in mannigfachen kirchlichen Ämtern u. a. Mitglied, später Vorsitzender des Lateinamerika-Komitees des LWB vertiefte er über 30 Jahre seine ökumenischen Erfahrungen und brachte sie in die konkrete kirchliche Arbeit ein, wovon zahlreiche Veröffentlichungen s. u. Zeugnis ablegen.

Von 1950 bis 1961 war er Vorsitzender des Hannoverschen Martin-Luther-Bundes; von 1950 bis 1981 arbeitete er zeitweilig in Leitungsfunktionen im Theologischen Konvent Augsburgischen Bekenntnisses mit, der die Fuldaer Hefte herausbrachte; und von 1956 bis 1981 war er Mitglied der Synode der Evangelischen Kirche in Deutschland EKD.

Von 1962 bis 1964 war er Propst von Stormarn und Mitglied der Generalsynode der VELKD. Er wurde am 11. Januar 1963 zum Vertreter des Landespropstes für Südholstein ernannt.

1964 wählte ihn die Landessynode der Ev Luth. Landeskirche Schleswig-Holstein zum Bischof für Holstein. Von 1964 bis 1967 war er Bevollmächtigter für das Evangelische Hilfswerk und Vorsitzender des Landesvereins für Innere Mission in Schleswig-Holstein. Von 1967 bis 1976 war er Vorsitzender der schleswig-holsteinischen Kirchenleitung. 1976 erschien zu seinem 65. Geburtstag eine zusammenfassende Veröffentlichung eines Teils seiner Aufsätze unter dem Titel "Volkskirche im Feuer ökumenischer Kritik" s. u.

1977 wurde er im Bischofsamt für den Sprengel Holstein-Lübeck der inzwischen gebildeten Nordelbischen Ev Luth. Kirche NEK mit Sitz in Kiel bestätigt. Vorsitzender der Kirchenleitung der NEK war er von 1978 bis 1979. Er wurde am 1. Oktober 1981 emeritiert und verstarb am 6. Juni 1991 in Kiel.

                                     

2. Herausforderungen

In seine Zeit als Bischof zunächst der Ev Luth. Landeskirche Schleswig-Holstein, dann der Nordelbischen Ev Luth Kirche NEK fallen:

  • 1976 Demonstrationen von Pastoren auch im Talar gegen das Kernkraftwerk Brokdorf
  • 1971 Berufung des Psychoanalytikers und Pastoralpsychologen Joachim Scharfenberg nach Kiel als Professor für Praktische Theologie
  • 1967 Auseinandersetzung über das Kriegerehrenmal in der Marienkirche Flensburg
  • 1968 Studentenbewegung und "sozialistische Opposition in der Kirche"
  • 1968 Kritik an der Flensburger Pastorengruppe und dem Flensburger Pastorentag vor der Landessynode
  • 1970 Einführung des "Preetzer Modells" nach dem Tübingen-Fast-Plan erster Direktor: Dieter Seiler
  • 1975 ÖTV-Konflikt der Kieler Vikare aufgrund des Unvereinbarkeitsbeschlusses des DGB-Hauptvorstandes vom Oktober 1973
  • 1977 Bildung der Nordelbischen Ev Luth. Kirche NEK
  • 1969 2. Celler Konferenz in Bochum mit Beteiligung auch schleswig-holsteinischer Pastoren
  • 1973 Kongress "Für eine parteiliche Gemeindearbeit" am 10. Dezember 1973 im Curiohaus Hamburg verantwortlich: Karl-Helmut Lechner
  • 1973 sog. Radikalen-Erlass in der Kirche EKD-Beschluss vom 28. Mai 1973
  • 1979 Warnung vor einer Tarifbindung der NEK "dixi et salvavi animam meam"
  • 1972 Stormarn-Gesetz nicht Aufteilung, sondern Gliederung der Propstei Stormarn
  • 1969 Sprengelkonvent Holstein: "Die andere Bibel. Der Beitrag Ernst Blochs zur Theologie" Referent: Pastor Dieter Andresen
  • 1974 Konflikte um Polit-Pastoren KBW: Karl-Helmut Lechner, Edda Groth, Eckard Gallmeier
  • 1966 Lutherische Konferenz in Flensburg
  • 1970 Vertrag über die Bildung der NEK
  • 1974 Frage der DKP-Mitgliedschaft von Gemeinde-Pfarrern

Das theologische Fazit seines Ringens um die Freiheit der Kirche von politischen Machtstrukturen faßte Bischof Hübner in der Advents- und Fastenzeit 1974/75 so zusammen:

                                     

3. Schriften

  • Die Selbständigkeit der Gemeinde im nordelbischen Raum. In: "Ich glaube an eine heilige Kirche". Festschrift für Hans Asmussen. Ev. Verlagswerk Stuttgart und LVH Berlin 1963.
  • Kirchenreform mit Martin Luther oder Thomas Müntzer = Schriften des Vereins f. Schl Holst. Kirchengeschichte II, 28. Band. 1972
  • Sendung und Einheit der Kirche. In: "Gott ist am Werk", Festschrift für Bischof D. Hanns Lilje. Furche-Verlag Hamburg, 1959, S. 55ff.
  • Volkskirche im Feuer ökumenischer Kritik. Breklum 1976. In diesem Band sind die o.a. kursiv gesetzten Beiträge abgedruckt. Es handelt sich um eine Dankesgabe der Kirchenleitung und des Landeskirchenamtes der Schleswig-Holsteinischen Landeskirche zum 65. Geburtstag von Bischof Dr. Friedrich Hübner am 25. Juni 1976.
  • Konsensus und Dissensus de doctrina in Union und Ökumene = Fuldaer Hefte, Heft 8. LVH, Berlin 1955.
  • Die "Barmer Theologische Erklärung" von 1934 als bleibende Herausforderung für die Nordelbische Evangelisch-Lutherische Kirche und die Ökumene. In: Klauspeter Reumann Hrsg.: Kirche und Nationalsozialismus. Beiträge zur Geschichte des Kirchenkampfes in den evangelischen Landeskirchen Schleswig-Holsteins. Karl Wachholtz, Neumünster 1988, S. 361–380.
  • "pura doctrina" – mögliche Vielfalt und häretische Entartung = Fuldaer Hefte, Heft 19. LVH, Berlin 1969.
  • "Weißt du nicht, daß Gottes Güte dich zur Umkehr treibt?" Fastenbrief des Bischofs für Holstein in der Advents- und Fastenzeit 1974/75.
  • Die lebendige Gemeinde in den Ordnungen der Welt = Luthertum, Heft 6, Berlin 1952.
  • Natürliche Theologie und theokratische Schwärmerei bei Melanchthon. Gütersloh 1936 Dissertation.
  • Neue Strukturen der Einheit. Erwägungen zur Organisation des deutschen Protestantismus
  • Das Konzil als Leitbild für ökumenische Konferenzen. In: Festschrift für Werner Elert. LVH, Berlin 1955, S. 387ff.


                                     

4. Herausgeber

  • Indische Väter der Jeypore-Kirche: Die ersten 28 Pastoren berichten selbst von den Anfängen, gesammelt und übersetzt von Gregor Rath-Indien und Dr. Friedrich Hübner, Breklum 1989.
  • Hans Asmussen. Leben und Werk, Berlin 1973 ff. Band III,1: Aufsätze 1 1927–1934, Berlin 1976; Band IV: Kleine Schriften, Berlin 1973.
  • Gedenkschrift für D. Werner Elert. Beiträge zur historischen und systematischen Theologie, Berlin 1955 mit Bibliographie.
                                     
  • Stuttgart war ein deutscher Lyriker und Erzähler. Hübner war der Sohn des Pfarrers Johann Bernhard Hübner und der Sabina Charlotta, geborene Eppler. Schon
  • Paul Friedrich Hübner 20. März 1915 in Lörrach 21. August 2003 in Kandern war ein deutscher Maler, Lyriker und Schriftsteller. Hübner wuchs als
  • Gottfried Friedrich Franz Hübner 17. Juli 1840 in Coswig, Deutschland 27. Juni 1914 ebenda war ein Missionar und Bischof der frühen Neuapostolischen
  • Droysen Fanny Hübner 1835 1875 Hans Hübner 1837 1884 Professor für Chemie in Göttingen Franz Hübner 1840 1891 Oberstleutnant Eduard Hübner 1842 1924
  • künstlerischen Unterricht bekam Hübner bei Professor Johann Eduard Wolff in seiner Heimatstadt. Durch dessen Förderung wurde Hübner 1837 mit 23 Jahren an der
  • veröffentlicht. Friedrich Markus Huebner genannt Fritz, war der Sohn des Dresdner Kaufmanns und Leinen - und Baumwollwarenhändlers Otto R. Hübner und dessen
  • Jacob Hübner 20. Juni 1761 in Augsburg 13. September 1826 ebenda auch: Jakob Hübner war ein deutscher Entomologe von internationalem Rang, sowie
  • Das Hotel Hübner ist ein Hotel in Warnemünde. 1805 wurde Friedrich Gustav Hübner als Sohn eines Fahnenschmieds in Saal geboren. Nachdem er in Rostock eine
  • Das Fallschirmjäger - Regiment Hübner auch Kampfgruppe Hübner wurde im August 1944 gebildet und im September der Fallschirmjäger - Division Erdmann angegliedert
  • mittelhochdeutschen Wort huobe ab. Hübner kann dadurch den Familiennamen mit Berufsbezeichnung zugeordnet werden. Hübner ist vor allem in Süddeutschland
  • Kurt Hübner gilt als Hauptvertreter des wissenschaftstheoretischen Historismus. Kurt Hübner wurde in Prag als Sohn des Verbandssyndikus Dr. Rolf Hübner und
                                     
  • Eberhard Hermann Hübner 6. Februar 1889 in Breslau 27. Januar 1972 in München war ein deutscher Schauspieler. Herbert Hübner erhielt Schauspielunterricht
  • André Hübner - Ochodlo 1963 in Plauen ist ein deutscher Theaterregisseur und Chansonnier. Hübner studierte Mitte der 1980er Jahre an der Universität
  • Emil Hübner 7. Juli 1834 in Düsseldorf 21. Februar 1901 in Berlin war ein deutscher klassischer Philologe und Epigraphiker. Emil Hübner war der
  • Anton Eduard Hübner Taufname Johannes 13. Oktober 1837 in Düsseldorf 13. Juli 1884 in Göttingen war ein deutscher Chemiker. Hans Hübner war der Sohn
  • Neugattersleben als selbständiger Unternehmer nieder. Klaas Hübner ist verheiratet und hat vier Kinder. Hübner wurde schon als Schüler 1983 Mitglied der SPD. Er
  • DDR Maritta Hübner bei filmportal.de Literatur von und über Maritta Hübner im Katalog der Deutschen Nationalbibliothek Maritta Hübner bei Discogs englisch
  • Ulrich Hübner 17. Juni 1872 in Berlin 29. April 1932 in Neubabelsberg war ein deutscher Maler des Impressionismus. Hübner entstammte einer Familie
  • Willi Hübner 20. April 1896 in Rixdorf bei Berlin 4. Dezember 1979 in Berlin war ein deutscher Politiker SPD Willi Hübner war ein Sohn eines
  • Johann Hübner Quellen und Volltexte Literatur von und über Johann Hübner im Katalog der Deutschen Nationalbibliothek Werke von und über Johann Hübner in
  • Achim Hübner eigentlich Joachim Hübner 8. Oktober 1929 in Berlin 25. August 2014 ebenda war ein deutscher Schauspieler, Regisseur und Autor.
  • Wiesbaden wurde Hübner 1928 zum Landrat in Oldenburg in Holstein ernannt. Nach der Machtübernahme durch die Nationalsozialisten wurde Hübner als SPD - Mitglied


                                     
  • Wolfgang Hübner 29. Dezember 1931 in Berlin 29. Januar 2017 in Eichwalde war ein deutscher Regisseur und Schauspieler. Hübner absolvierte sein
  • Marie Hübner 1969 in Aurich ist eine deutsche Illustratorin. Marie Hübner studierte an der Hochschule für Gestaltung in Offenbach und arbeitete zunächst
  • Hübner lehrte von 1955 bis 1960 Bürgerliches Recht und Römisches Recht an der saarländischen Universität in Saarbrücken. Von 1956 bis 1958 war Hübner
  • Kanzleidirektor verschiedener Mühlhäuser Obergerichte. Hübner war der Sohn des Stadtschreibers Johann Adolf Hübner und Anna Katharina Schreiber aus dem obersächsischen
  • 978 - 3 - 85445 - 274 - 4. Werke von und über Abbi Hübner im Katalog der Deutschen Nationalbibliothek Website von Abbi Hübner Trompeter Abbi Hübner - Ein Leben für den Jazz, Hamburger
  • seiner Studien wurde Hübner 1774 unter Fürstbischof Ludwig Joseph von Welden im Freisinger Dom zum Priester geweiht. Ab 1775 war Hübner als Lehrer für Französisch
  • Das Porträt der Pauline Hübner ist ein Gemälde von Julius Hübner Das Porträt zeigt dessen 19 - jährige Ehefrau Pauline Charlotte, geborene Bendemann, kurz
  • Winnenden 2012 Literatur von und über Gert Hübner im Katalog der Deutschen Nationalbibliothek Gert Hübner In: Kürschners Deutscher Gelehrten - Kalender

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