ⓘ Rolf Hübner, Agronom. Rolf Hübner war ein deutscher Pflanzenbauwissenschaftler. Er lehrte zunächst an der Georg-August-Universität Göttingen und leitete ab 1952 ..

                                     

ⓘ Rolf Hübner (Agronom)

Rolf Hübner war ein deutscher Pflanzenbauwissenschaftler. Er lehrte zunächst an der Georg-August-Universität Göttingen und leitete ab 1952 das Institut für Feldfutterbau an der Hessischen Lehr- und Forschungsanstalt für Grünlandwirtschaft und Futterbau Eichhof-Bad Hersfeld.

                                     

1. Leben und Wirken

Rolf Hübner studierte Landwirtschaft an der Universität Göttingen, wo er unter der Ägide des Pflanzenbauwissenschaftlers Otto Tornau 1935 mit der Dissertation "Die natürlichen Verhältnisse der Göttinger Muschelkalkböden" promoviert wurde. Anschließend arbeitete er als Assistent am Institut für Pflanzenbau und Pflanzenzüchtung bei den Preußischen Landwirtschaftlichen Versuchs- und Forschungsanstalten Landsberg Warthe, ab 1938 wieder am Institut für Pflanzenbau in Göttingen. 1941 wurde er zur Wehrmacht eingezogen. 1946 konnte er seine wissenschaftliche Tätigkeit in Göttingen fortsetzen. 1948 habilitierte er sich an der mathematisch-naturwissenschaftlichen Fakultät der Universität Göttingen mit einer Schrift über Chlorophyllgehalt und Werteigenschaften bei Futterpflanzen.

Als Assistent und Privatdozent war Hübner in den ersten Nachkriegsjahren auch zuständig für die an der Universität Göttingen im Rahmen des Diplomstudiengangs für Landwirte durchzuführenden "Pflanzenbaulichen Übungen". Für diese zentrale agrarwissenschaftliche Lehrveranstaltung schrieb er zwei Lehrbücher: "Praktikum der landwirtschaftlichen Samenkunde" 1947, 2. Aufl. 1949 und "Praktikum der landwirtschaftlichen Pflanzenkunde" 1949. Die didaktisch vorbildlich konzipierten Bücher gehörten alsbald zur Pflichtlektüre für alle, die Landwirtschaft an einer deutschsprachigen Hochschule studierten. Von Hübners Samenkunde erschien 1955 eine stark erweiterte Auflage unter dem Titel "Der Same in der Landwirtschaft".

Von 1952 bis zu seiner Pensionierung im Jahre 1973 leitete Hübner das Institut für Feldfutterbau an der Hessischen Lehr- und Forschungsanstalt für Grünlandwirtschaft und Futterbau auf dem Eichhof Bad Hersfeld. Gleichzeitig war er stellvertretender Direktor dieser Institution, die 1947 in Wehrda, Kreis Hünfeld gegründet wurde und ab 1952 auf dem Eichhof ihren neuen Standort hatte. Hübner hatte maßgebenden Anteil an der Neueinrichtung dieser Lehr- und Forschungsstätte. Er machte den Eichhof zu einer überregionalen Ausbildungsstätte für landwirtschaftlich-technische Assistentinnen. 1954 wurde ihm der Titel eines außerplanmäßigen Professors verliehen. Bis 1957 hat er einen Lehrauftrag für das Fachgebiet Futterbau an der Landwirtschaftlichen Fakultät der Universität Göttingen wahrgenommen.

In den fast vierzig Jahren von Hübners Tätigkeit auf dem Gebiet der Futterpflanzenforschung standen Fragen der Physiologie, der Anbaubedingungen, der Ertragsbildung, der Saatgutkunde und die Grundlagen des Prüfungswesens im Mittelpunkt. Hervorzuheben sind umfangreiche Feldversuche mit Alexandrinerklee, Persischen Klee, Silomais und Grünhafer. Sein besonderes wissenschaftliches Interesse galt den Mischsaaten. Deren Eignung für den Futterbau prüfte er in bundesweiten Versuchsreihen auf unterschiedlichen klimatischen Standorten. Beachtenswert ist sein zusammenfassender Übersichtsbeitrag über die pflanzenbaulichen und produktionstechnischen Erfordernisse des Futterbaus in dem von ihm gemeinsam mit Ulrich Wellmann und Gerta Ziegenbein 1964 herausgegebenen Buch "Feldfutterbau als Hauptfrucht".

Für seine Verdienste um die Entwicklung der Lehr- und Forschungsanstalt Eichhof-Bad Hersfeld wurde Hübner 1978 mit der Ehrenplakette in Silber des Hessischen Ministers für Landwirtschaft und Umwelt ausgezeichnet.

                                     

2. Wichtigste Publikationen

  • Untersuchungen über die Hartschaligkeit der Zottelwicke und ihre Behebung auf züchterischem Wege. In: Landwirtschaftliche Jahrbücher Bd. 85, 1938, S. 751–789.
  • Die pflanzenbaulichen und produktionstechnischen Erfordernisse des Hauptfruchtfutterbaus. In: Ulrich Wellmann, Rolf Hübner und Gerta Ziegenbein: Feldfutterbau als Hauptfrucht. DLG-Verlag Frankfurt Main 1964, S. 16–47.
  • Praktikum der landwirtschaftlichen Pflanzenkunde. Wolfenbütteler Verlagsanstalt Wolfenbüttel 1949.
  • Praktikum der landwirtschaftlichen Samenkunde. Wolfenbütteler Verlagsanstalt Hannover 1947; 2. unveränd. Aufl. ebd. 1949.
  • Untersuchungen über Chlorophyllgehalt und Werteigenschaften bei Futterpflanzen in Abhängigkeit von der Wasserversorgung und Belichtung und der Nährstoffversorgung im Feldversuch. Habil Schr. Math nat. Fak. Univ. Göttingen 1948. – Auszug in: Zeitschrift für Acker- und Pflanzenbau Bd. 91, 1949, S. 200–233 und 374–414.
  • Die natürlichen Verhältnisse der Göttinger Muschelkalkböden. Diss. Math nat. Fak. Univ. Göttingen 1935.
  • Der Same in der Landwirtschaft. Sein Aufbau, seine Bedeutung und Bestimmung. Neumann Verlag Radebeul und Dresden 1955.
                                     
  • Rolf Hübner ist der Name folgender Personen: Rolf Hübner Agronom 1908 1978 deutscher Pflanzenbauwissenschaftler Rolf Hübner Architekt 1929 2013
  • Mediziner Roberta Hübner 1965 deutsche Juristin Roger Hübner 1967 deutscher Designer und Schauspieler Rolf Hübner Agronom 1908 1978 deutscher
  • Erkennen und Bestimmen von Saatgut landwirtschaftlicher Kulturpflanzen. Rolf Hübner von 1952 bis 1973 Leiter des Instituts für Futterbau auf dem Eichhof
  • österreichischer Künstler Kraujelis, Jeronimas 1938 2019 litauischer Agronom Landwirtschaftsunternehmer, ehemaliger Politiker und Landwirtschaftsminister
  • Pierre - Paul 1830 1902 französischer Chemiker, Pflanzenphysiologe und Agronom Dehertoghe, André 1941 2016 belgischer Leichtathlet Dehesa, Germán 1944 2010
  • 1907, 25. Oktober, Oskar Baumgarten, 1. Dezember 2008 in Markkleeberg, Agronom 1907, 2. November, Wolfgang von Drigalski, vermisst in Stalingrad, Internist
                                     
  • Ordensgeistlicher, Bischof und Prälat von Óbidos 67 4. Juni Albert Luisier Schweizer Agronom 86 4. Juni Herman Shumlin US - amerikanischer Theaterproduzent, Theaterregisseur
  • Figur der Libertarian Party 64 24. August Antanas Stancevičius litauischer Agronom und Botaniker 87 25. August Raymond Barre französischer Politiker 83 25
  • Politiker SPD MdB 84 2. Juli Jonas Kriščiūnas sowjetisch - litauischer Agronom Imker, sowjetischer Politiker 85 2. Juli George Macready US - amerikanischer
  • deutscher Bildhauer und Keramiker 70 5. September Ernst Esche deutscher Agronom 74 5. September Jorge Herrán uruguayischer Architekt und Politiker 72 5
  • ukrainisch - französische Malerin und Grafikerin Juozas Tatoris litauischer Agronom Zootechniker, Politiker und Vizeminister Koço Theodhosi albanischer kommunistischer
  • Schmiterlöw deutscher Heimatforscher und Sammler 81 30. Mai Ernst Laur Schweizer Agronom und Verbandsfunktionär 93 30. Mai Stephan Ley deutscher Autor und Beethovenforscher

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